Christine ist seit 10 Jahren unsere Büroleitung in Geretsried

Seit zehn Jahren läuft bei uns in der Pflegezentrale Wagner in Geretsried vieles über einen Schreibtisch: Verordnungen, Medikamentenpläne, Telefonate mit besorgten Angehörigen, Apothekenabsprachen. Und mittendrin: Christine.
Die meisten Kund*innen kennen ihre Stimme vom Telefon. Im Haus weiß das Team: Wenn irgendetwas unklar ist, fragt man Christine. Wir haben sie gebeten zu erzählen, wie das alles zusammenkommt – und warum sie nach zehn Jahren immer noch gerne zur Arbeit kommt. Oder genauer gesagt: fährt. Mit dem Rad. Fünf Minuten.
Zehn Jahre, kein einziger langweiliger Tag
Christine, wie fühlt es sich an, seit zehn Jahren bei der Pflegezentrale zu arbeiten?
Mir geht’s damit sehr gut. Ich bin sehr gerne hier, es war in all den Jahren noch keinen Tag langweilig, und ich lerne immer noch dazu. Ich gehe wirklich jeden Tag gerne in die Arbeit.
Erinnerst du dich noch an deinen ersten Tag bei uns in Geretsried?
Ja. Für mich hat sich der Wechsel von Anfang an richtig angefühlt. Früher war ich jeden Tag rund eine halbe Stunde mit dem Auto unterwegs. Heute steige ich aufs Radl und bin in fünf bis zehn Minuten in der Pflegezentrale. Das hat mir viel Zeit geschenkt – besonders in der Zeit, als meine Kinder noch jünger waren. Die kurzen Wege haben meinen Alltag deutlich entspannter gemacht.
Wie hast du das Team und das Büro am Anfang wahrgenommen?
Chaos war es nicht. Ich hatte vorher schon im Büro eines Pflegedienstes gearbeitet und kannte viele Abläufe sowie das Programm Medifox. Neu waren natürlich die Kolleginnen und Kollegen. Die Chefin kannte ich schon. Dani hab ich auf einer Fortbildung kennen gelernt und wir haben uns gleich gut verstanden. Sie hat mich damals gefragt, ob ich nicht bei ihnen im Büro anfangen möchte. Damals waren wir ein kleines Büro mit nur wenigen Leuten, sehr familiär und eng miteinander verbunden. Das war schön. Jetzt sind wir sehr gewachsen, aber trotzdem noch schön.
Wie haben sich deine Aufgaben in den letzten zehn Jahren verändert?
Am Anfang war mein Aufgabenbereich sehr breit gefächert. Ich habe wirklich alles gemacht – vom Telefon über die Abrechnung bis hin zu Bestellungen, also von A bis Z.
Mit der Zeit ist der Pflegedienst immer weiter gewachsen. Irgendwann konnte ich nicht mehr alles allein übernehmen, deshalb habe ich die Abrechnung abgegeben. Aber ich beherrsche sie nach wie vor und springe ein, wenn jemand im Urlaub ist oder krankheitsbedingt ausfällt.
Ich würde sagen: Das Büro kenne ich von A bis Z. Vor allem im Verwaltungsbereich habe ich über die Jahre viel Wissen aufgebaut. Und wenn irgendwo eine Frage auftaucht oder etwas hakt, heißt es oft: „Fragen wir mal die Christine.“
Was eine Büroleitung im ambulanten Pflegedienst wirklich macht
„Wenn ich da bin, merkt man mich nicht – wenn ich nicht da bin, merkt man es.”
Wie würdest du deine Rolle als Büroleitung jemandem erklären, der unser Büro noch nicht kennt?
Ich habe viele Informationen im Blick, koordiniere Abläufe und reagiere auf Probleme, wenn sie auftreten. Ein großer Teil meiner Arbeit besteht darin, zu priorisieren: Was ist dringend, was kann noch warten? Dabei sehe ich mich eher im Hintergrund.
Meine Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass die Kolleginnen und Kollegen ihre Arbeit machen können. Ich bin viel am Telefon, vor allem organisiere ich aber im Hintergrund alles, was notwendig ist, damit draußen bei den Patientinnen und Patienten alles reibungslos läuft.
Wenn ich einmal länger nicht da bin, bereite ich vieles im Voraus vor. Während meiner Abwesenheit übernehmen die Teamleitungen zusätzliche Aufgaben, zum Beispiel das Klären von Verordnungen oder die Abstimmung mit Apotheken und Arztpraxen. Das funktioniert gut, aber ich glaube, sie freuen sich trotzdem, wenn ich nach ein paar Wochen wieder zurück bin.
Durch meine Arbeit bekomme ich im Büro sehr viel mit. Wenn beispielsweise von einer neuen Patientin gesprochen wird, die Medikamente benötigt, weiß ich oft schon, welche Schritte als Nächstes notwendig sind. Dann kümmere ich mich um den Kontakt zur Arztpraxis, fordere den Medikamentenplan oder die Verordnung an und halte die Abläufe am Laufen. Viele Dinge ergeben sich für mich direkt aus den Gesprächen – ich weiß meist schon, was zu tun ist, bevor es jemand ausdrücklich ansprechen muss.
Was regelst du im Hintergrund, damit draußen alles gut läuft?
Ein großer Teil meiner Arbeit dreht sich um die Verordnungen für die häusliche Krankenpflege. Diese werden von den Ärztinnen und Ärzten ausgestellt und von den Krankenkassen genehmigt. Wir achten darauf, dass die Verordnungen vollständig und korrekt ausgefüllt sind, damit es keine Rückfragen oder Verzögerungen gibt. Oft schicken wir den Arztpraxen auch Muster mit, damit klar ist, welche Angaben an welcher Stelle eingetragen werden müssen.
Daneben kümmern wir uns um geänderte Medikamentenpläne, Wunddokumentation etc. Die Medikamente werden bei uns von einer Apotheke verblistert. Die Apotheke erhält regelmäßig die aktuellen Medikamentenpläne, allerdings gibt es zwischendurch immer wieder Änderungen. Wenn ein neuer Medikamentenplan eingeht, prüfen wir ihn und leiten die Informationen an die Apotheke weiter, damit die Blister entsprechend angepasst werden kann. Dadurch laufen viele organisatorische Prozesse im Hintergrund zusammen, die für den reibungslosen Ablauf der Pflege wichtig sind.
Außerdem organisiere ich den Büro- und Pflegebedarf und kümmere mich um den Fuhrpark.
Wenn der Pflegedienst wirklich entlastet – Geschichten aus dem Alltag in Geretsried und Umgebung
Mit welchen Sorgen melden sich Angehörige am häufigsten bei dir?
Sehr häufig melden sich Angehörige bei uns, deren Mutter oder Vater plötzlich Unterstützung benötigt. Oft rufen auch Ehepartnerinnen oder Ehepartner an, die ihre Angehörigen schon lange zu Hause pflegen und merken, dass die Belastung allein nicht mehr zu bewältigen ist.
Daneben gibt es viele organisatorische Fragen aus dem Alltag. Zum Beispiel informieren uns Angehörige darüber, dass ein Arzttermin ansteht und der Pflegeeinsatz an diesem Tag angepasst werden muss. Häufig geht es auch um Themen wie Pflegegrade, Höherstufungen oder die Frage, welche Leistungen beantragt werden können und wie das Verfahren abläuft.
Außerdem koordinieren wir Erstgespräche, vereinbaren Termine und klären intern, wer die Besuche übernimmt. So sorgen wir dafür, dass neue Patientinnen und Patienten schnell die Unterstützung bekommen, die sie benötigen.
Erlebst du direkt, wie sehr eure Arbeit Angehörige entlastet?
Ja, das kommt durchaus vor. Einige Angehörige und Patientinnen und Patienten rufen bei uns an, um sich zu bedanken. Ich glaube, wenn die Pflege gut organisiert ist und verlässlich läuft, bedeutet das für viele eine große Erleichterung – unabhängig davon, ob wir täglich oder nur einmal pro Woche kommen.
Gerade pflegende Angehörige leisten jeden Tag unglaublich viel. Auch wenn der Pflegedienst einen Teil der Versorgung übernimmt, bleiben noch viele Aufgaben und Verantwortlichkeiten bestehen. Umso wichtiger ist es, dass sie durch unsere Unterstützung etwas entlastet werden. Oft bedeutet das schon, für eine kurze Zeit durchatmen zu können, sich eine halbe Stunde hinzusetzen oder sich um andere Dinge kümmern zu können, ohne selbst pflegen zu müssen. Diese Entlastung ist für viele Angehörige sehr wertvoll.
Gibt es eine Situation, in der du besonders gedacht hast: ‚Gut, dass es uns hier gibt‘?
Ja, solche Situationen gibt es immer wieder. Eine ist mir besonders in Erinnerung geblieben: Wir haben eine Kundin über einen längeren Zeitraum ambulant versorgt. Als ihr Ehemann ins Krankenhaus kam, mussten die Angehörigen kurzfristig viele Aufgaben übernehmen. Die Situation wurde schnell sehr belastend und war für die Familie kaum noch allein zu bewältigen. Daraufhin konnten wir eine Mehrstundenpflege zu Hause organisieren. Eine sehr engagierte Pflegekraft hat die Betreuung übernommen, und man konnte richtig beobachten, wie die Kundin wieder aufblühte. Die Familie ist bis heute sehr dankbar, weil die Mutter nun rund um die Uhr gut versorgt ist und die Angehörigen wissen, dass sie in guten Händen ist. In solchen Momenten wird besonders deutlich, wie wichtig es ist, dass es Angebote wie unseres gibt und dass Familien in schwierigen Situationen nicht allein gelassen werden.
Ein anderes Beispiel ist mir auch gut in Erinnerung geblieben: Einen Kunden, den wir noch nicht so lange ambulant versorgt hatten. Seine Ehefrau hatte sich gewünscht, bei Gelegenheit mal ein paar Tage in den Urlaub zu fahren. Bei uns gibt es die Kurzzeitpflege daheim. Wir sollen uns melden, falls sich mal ein kurzfristiges Zeitfenster ergibt, in der eine Pflegekraft frei ist. Als sich genau so eine Möglichkeit ergeben hat, haben wir sie direkt kontaktiert. Sie hat sofort gesagt: „Ich kann mal raus.“ Für sie war das eine große Chance, einmal wieder für ein paar Tage wegzufahren. Das hatte sie schon lange nicht mehr gemacht. Und es war schön zu sehen, dass sie diese Zeit wirklich nutzen konnte – mit dem guten Gefühl, dass ihr Mann zuverlässig versorgt ist und gut betreut wird.
„Persönlich, verlässlich und mit Herz“ – wie sich das im Alltag zeigt
Wenn du die Pflegezentrale in drei Worten beschreiben müsstest – welche wären das?
Persönlich, verlässlich und mit Herz.
Wie erlebst du das Miteinander im Team?
Für mich ist das Miteinander im Team das Wichtigste – sonst wäre ich auch nicht mehr hier. Das Team ist für mich das A und O, und das Arbeitsklima spielt dabei eine entscheidende Rolle.
Ich schätze sehr, dass wir gut zusammenarbeiten und sich alle aufeinander verlassen können. Auch die Chefs haben immer ein offenes Ohr, das ist etwas, das ich sehr wertvoll finde.
Was würdest du jemandem sagen, der überlegt, bei der Pflegezentrale anzufangen?
Ich würde sagen: Bei uns gibt es viele verschiedene Arbeitsbereiche. Man kann in der ambulanten Pflege arbeiten, in der Mehrstundenpflege oder auch in der Demenz-WG in Dietramszell. Und wenn ein Bereich nicht so gut passt, besteht oft die Möglichkeit, in einen anderen zu wechseln. Diese Flexibilität ist ein großer Vorteil, weil man sich weiterentwickeln kann und nicht dauerhaft auf eine Rolle festgelegt ist.
Außerdem ist es bei uns auch möglich, als Pflegekraft im Büro zu arbeiten. Wir haben Kolleginnen, die ursprünglich aus der Kranken-/Altenpflege kommen und heute überwiegend im Büro tätig sind, aber trotzdem auch noch zu Kundinnen und Kunden fahren. Man muss also nicht zwingend ausschließlich in der direkten Pflege arbeiten – es gibt verschiedene Wege, die man bei uns gehen kann.
Warum arbeitest du auch nach zehn Jahren noch gerne bei der Pflegezentrale?
Weil die Arbeit vielfältig ist und nie langweilig wird. Für mich stimmt einfach das Gesamtpaket: das Arbeitsklima, die Sicherheit und die Wertschätzung.
Worauf freust du dich in den nächsten Jahren bei uns?
Ich freue mich, wenn es so weitergeht wie jetzt. Dass Veränderungen kommen, wir sie akzeptieren und mitgestalten. Dass wir die Zukunft aktiv gestalten können und uns die Begeisterung für unsere Arbeit nicht ausgeht.
Und ich wünsche mir, dass wir den Spaß am gemeinsamen Schaffen behalten.
Was bedeutet die Pflegezentrale heute ganz persönlich für dich?
Für mich ist sie eine zweite Familie.
Christine bleibt. Und wir sind froh darum.
Christine koordiniert seit zehn Jahren das Büro der Pflegezentrale Wagner in Geretsried – und wer sie kennt, weiß: Wenn sie drei Wochen im Urlaub ist, merkt man es. Oder doch nicht? Nicht weil Chaos ausbricht, sondern weil sie vorher alles so gut vorbereitet, dass es möglichst niemand merkt. Das ist ihr Stil.
Wir freuen uns, dass sie hier ist.
