Größter Pflegedienst Deutschlands kündigt zum 01.01.27

Ein Wegfall der Verhinderungspflege als eigenständige Leistung gefährdet die Entlastung pflegender Angehöriger. Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, sich mit einem persönlichen Schreiben an die Abgeordneten des Bundestags zu wenden.
Die geplante Pflegereform soll die Pflege zukunftsfähig machen und insbesondere die Prävention stärken. Doch aus Sicht unseres Arbeitskreises enthält der aktuelle Kabinettsentwurf Regelungen, die diesem Anspruch widersprechen. Besonders kritisch sehen wir die geplante Abschaffung der Verhinderungspflege als eigenständige Leistung.
Wer einen Angehörigen zu Hause pflegt, übernimmt eine enorme Verantwortung. Die Pflege bedeutet häufig eine dauerhafte körperliche, mentale und seelische Belastung. Zeit für Erholung, eigene Termine oder schlicht eine notwendige Auszeit bleibt oft auf der Strecke. Die Verhinderungspflege bietet bislang eine wichtige Möglichkeit, die Pflege zeitweise in andere Hände zu geben und pflegenden Angehörigen eine dringend benötigte Pause zu ermöglichen.
Mit der geplanten Neuregelung entfällt die Verhinderungspflege als eigenständiger Leistungsanspruch. Zwar sollen Ersatzpflegeleistungen künftig aus neuen Budgets finanziert werden können, doch die bisherige eigenständige und gezielte Entlastungsmöglichkeit geht damit verloren. Die Zusammenlegung von Leistungen bedeutet nicht automatisch eine Verbesserung. Vielmehr besteht die Gefahr, dass die Mittel für notwendige Erholungszeiten der pflegenden Angehörigen nicht mehr verlässlich zur Verfügung stehen.
Die Belastung pflegender Angehöriger ist erheblich. Wer dauerhaft für einen anderen Menschen Verantwortung trägt, braucht Möglichkeiten, die eigene Gesundheit zu schützen und die eigene Kraft wiederherzustellen. Entlastung ist kein Luxus, sondern eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass häusliche Pflege langfristig gelingen kann.
Gerade im Hinblick auf das erklärte Ziel der Pflegereform, Prävention zu stärken, ist diese Entwicklung kontraproduktiv. Prävention muss auch diejenigen einschließen, die täglich Pflege leisten. Wer Überlastung verhindern möchte, muss rechtzeitig Entlastung ermöglichen. Andernfalls drohen gesundheitliche Folgen für pflegende Angehörige und im schlimmsten Fall das Ende der häuslichen Versorgung.
Unser Appell: Machen Sie mit und setzen Sie ein Zeichen!
Wir möchten nicht hinnehmen, dass die Interessen pflegender Angehöriger bei der notwendigen Neugestaltung der Pflegeversicherung zu wenig berücksichtigt werden.
Deshalb hat unser Arbeitskreis einen Briefvordruck erarbeitet, mit dem Bürgerinnen und Bürger ihre Bedenken und Forderungen direkt nach Berlin schicken können. Pflegende Angehörige stellen in Deutschland den größten Pflegedienst dar. Nun wird diesen „Mitarbeitenden“ u.a. der Urlaub gestrichen – ein Kündigungsgrund!
Wir rufen alle Interessierten, insbesondere pflegende Angehörige, Familien, pflegebedürftige Personen und Menschen, denen eine verlässliche häusliche Pflege am Herzen liegt, dazu auf:
- Fordern Sie unseren vorbereiteten Briefvordruck an.
- Ergänzen Sie ihn bei Bedarf um Ihre persönlichen Erfahrungen und Anliegen.
- Natürlich können Sie auch einen eigen verfassten Brief mit ihren ganz persönlichen Zeilen formulieren.
- Senden Sie den Brief per Mail oder Post an die Abgeordneten:
Deutscher Bundestag
An die Mitglieder des Deutschen Bundestages
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Jede Stimme zählt! Je mehr Menschen sich zu Wort melden, desto deutlicher wird, dass die Entlastung pflegender Angehöriger keine Randfrage der Pflegepolitik ist, sondern eine zentrale Voraussetzung für eine funktionierende häusliche Pflege.
Unser Ziel ist eine Pflegereform, die pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen gleichermaßen im Blick behält. Eine Reform, die Prävention ernst nimmt, darf die Möglichkeiten zur Erholung und Entlastung nicht schwächen.
Pflege braucht Entlastung. Angehörige brauchen Unterstützung. Prävention beginnt auch bei denen, die pflegen! Verleihen Sie ihnen eine Stimme!
Den Briefvordruck finden Sie hier, auf der Homepage der Alzheimer Gesellschaft Isar-Loisachtal e.V. und in Papierform bei vielen Pflegediensten im Landkreis.
